Die erste Woche im Studium ist oft ein unüberwindbares Labyrinth. Wir geben dir Tipps, wie du dich in der ersten Woche an der Uni akklimatisierst.

Jetzt ist es tatsächlich so weit: Nach dem ganzen Stress rund um Abi, Studienplatzsuche und die ersten Wohnungsbeschaffungsmaßnahmen hast du die Immatrikulation gewuppt und darfst dich ab sofort zu den ordentlich Studierenden zählen. Willkommen in der wunderbaren Campus-Welt! Vielleicht wünschst du dir auf dem Weg zu deiner ersten Einführungsveranstaltung ein Spotlight und einen Background-Chor und kannst es gar nicht erwarten, loszulegen. Vielleicht fühlst du dich aber auch heillos verunsichert angesichts der völlig neuen Situation. Eins ist jedenfalls sicher: Uni ist nicht gleich Schule. Was die erste Woche an der Uni so alles mit sich bringt und was du gegen den ersten Kulturschock tun kannst – wir verraten es dir!

Wohin bitte?

Im Labyrinth„Einführung in die theoretische Mathematik“ – so weit, so gut. Dein erster Kurs. Doch was danach kommt, liest sich wie die Wegbeschreibung zum Passierschein A38: GCEF 05/402, Nord, Campus Ost. What? Je nachdem, wie groß und komplex dein Campus aufgebaut ist, könnte man meinen, du suchst nicht deinen Seminarraum, sondern den Schatz von Captain Flint oder die Nadel im Heuhaufen.

In deiner ersten Uni-Woche lohnt es sich also, deinen Wecker eine halbe Stunde früher zu stellen, damit du auf dem Unigelände genügend Zeit zum Suchen hast. Oder du nimmst dir ein paar Tage vor Vorlesungsbeginn, um deinen zukünftigen neuen Lebensraum zu erkunden.

Lasst mich rein!

Um deinen Seminarraum suchen zu können, musst du logischerweise erst einmal ein Seminar oder eine Vorlesung haben. Und auch das kann einen ziemlichen Hindernislauf bedeuten. Denn auch wenn du es dir vor deinem Abi nicht im Traum vorstellen konntest: In deiner ersten Woche an der Uni wirst du dir deinen strikt eingeteilten Stundenplan aus Schulzeiten zurückwünschen. Denn weder musstest du dir den selbst zusammenstellen, noch musstest du dir Gedanken darüber machen, welche Vorlesungen zu welchen Modulen passen und welche Seminare du für dein Propädeutikum brauchst.

Um der maximalen Verwirrung zum Studienbeginn vorzubeugen, solltest du immer die Erstikurse deines Studiengangs besuchen, wo dir solche Fragen ausführlich beantwortet werden. Wann und wo diese Kurse stattfinden, erfährst du in der Regel bei den Einführungsveranstaltungen.

People are strange when you’re a stranger

Neue KommilitonenKomischer Vogel, Computer-Nerd, Sprücheklopfer, die Freundin, bei der du immer die Hausaufgaben abschreiben konntest – im Mikrokosmos Oberstufe kanntest du wahrscheinlich so gut wie alle. Schließlich begleiten einen viele Mitschüler durch die gesamte Schulzeit. In deiner ersten Woche an der Uni warten hingegen viele neue Gesichter auf dich – vor allem, wenn du zum Studium in eine andere Stadt gezogen bist. Da fühlt man sich schnell wie der Flirtanfänger: „Die da sieht echt nett aus, aber wie spreche ich sie am besten an? Nachher findet sie mich komisch …“. Alles nicht so einfach.

Aber: Du bist mit solchen Unsicherheiten nicht alleine. Allen, wirklich allen Erstis geht es so wie dir. Und über ein peinliches „Wie heißt du eigentlich ..?“ haben sich schon einige gute Freundschaften gefunden. Und wenn nicht darüber, dann über Erstiveranstaltungen, Erstiparties oder Erstfahrten!

Klein mit Hut

Unsicher im StudiumIn der Oberstufe hast dich so erwachsen gefühlt. Überall gehörtest du zu den coolen Ältesten, und wenn die Achtklässler dich siezten, war das zwar irgendwie weird, andererseits aber auch ein gutes Gefühl. Und dann kommt der erste Tag an der Uni. Da sind dann nämlich plötzlich alle noch erwachsener – oder sie sehen zumindest so aus. Und plötzlich wirst du dir bewusst, dass du jetzt mit Leuten (also Absolventen, Tutoren und Hilfskräften am Lehrstuhl) einen Campus teilst, die an der Schule altersmäßig deine Lehrer hätten sein können. Da kann das Selbstbewusstsein schon mal winzig klein zusammenschnurren.

Lass dir gesagt sein: Dieses ätzende Klein-mit-Hut-Gefühl ist ganz normal in der ersten Woche an der Uni. Wirklich. Sogar diejenigen, die eigentlich total selbstbewusst durch die Flure streifen, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht, kennen tief in ihrem Herzen diese Unsicherheit. Die wird vorbeigehen – keine Sorge! Und auch wissenstechnisch wirst du nicht im ersten Semester hängen bleiben.

Ich bin dann mal so frei!

Zugegeben, das klingt jetzt erst mal, als erwarte dich in der ersten Woche an der Uni nur Negatives: Versagensängste, Persönlichkeitskrisen und obendrein noch Orientierungsprobleme. Dabei solltest du den Angstgedanken schnell aus deinem Kopf streichen und ihn durch „Herausforderung“ ersetzen. Klar, du musst dich auf viele neue Eindrücke gefasst machen und wirst das ein oder andere Mal überfordert sein. Aber dich erwartet auch eine Freiheit, die du an der Schule so nie hattest: Denn jetzt machst du endlich genau das, was du willst – völlig unabhängig von einem Lehrplan. Und neue Herausforderungen bedeuten immer auch neue, tolle Erlebnisse und tolle neue Leute, die du kennenlernen willst. Also, auch wenn die erste Uni-Woche anstrengend sein kann: Willkommen im Studentenleben! Du wirst es lieben.

PS.: Ob es um die Wohnungssuche oder Sparmöglichkeiten für Studis geht – im Ratgeber Studieren geht über Probieren – Der Ratgeber für den Studienstart findest du eine ganze Menge hilfreicher Tipps, die dir den Einstieg ins Studentenleben erleichtern. Also unbedingt mal reinklicken!

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